Eine Woche auf dem nördlichen Kungsleden: Sälka – Singi

Mittwoch, 4.9.19, Etappe 5: Sälka – Singi, 12,2km
Morgens stehe ich als erster in der ganzen Hütte auf, frühstücke und laufe auch als erster los. Egal was, ich freue mich schon darauf, heute auf jeden Fall wieder im Zelt zu übernachten. In der Kuoperjåkka-Schutzhütte treffe ich während der Wanderung das letzte Mal auf Heiko, den ich erst in Kiruna am Flughafen wiedersehen werde. Er ist mit leichtem Gepäck unterwegs und deswegen ein bisschen schneller als ich und will noch von Singi aus am selben Tag Richtung Süden nach Kaitumjaure weiterlaufen. Ich habe ja eh einen Puffertag und den bisher noch nicht gebraucht, daher kann ich es entspannt angehen und habe daher heute nur eine wirklich kurze Etappe vor mir.

In Singi angekommen baue ich schon gegen Mittag mein Zelt auf habe viel Zeit, die ich bei bei einem tollen Blick auf die umliegenden Berge lesend und Pfeife rauchend draussen verbringe. Immer mal wieder regnet es, aber es hat zwischendurch Regenbögen, dramatische Wolken und ein traumhaftes Licht. Was mir auffällt ist, dass die Etappen von 12 bis 14km eigentlich zu kurz sind, weil noch so wahnsinnig viel Zeit vom Tag übrig ist, wenn ich am Ziel bin. Was macht man den restlichen Tag, wenn man schon um 14 Uhr eigentlich angekommen ist und das Wetter nicht danach ist, den Rest des Tages vor dem Zelt zu verbringen, wofür es bei knapp 5 Grad, Wind und Nieselregen zu kalt und zu ungemütlich ist. Da wäre längere Etappen von eher 15 bis 20km tagfüllender. Zeigt aber auch, dass mir das Wandern mit dem Rucksack leichter fällt, dass ich auf solche Ideen komme 😉

Aber wie gesagt, ich habe eh einen Puffertag und weiterlaufen macht da auch keinen Sinn. Ergo lese ich weiter von Nansens erster (und einziger Reise) mit der Fram. Sich erst mehrere Winter im arktischen Eis festfrieren zu lassen und dann noch einen Winter in einer selbstgebauten „Hütte“ überwintern mit völlig zerschlissenen Klamotten, stinkend wie die Iltisse und von den Robben und Eisbären lebend , die man selber noch vor dem Wintereinbruch erlegt hat. Und das Ganze mit der Hoffnung, im Frühjahr schon irgendwie und irgendwo ein Schiff zu finden, mit dem man zurück nach Europa kommt. Und ich buche schon zwei Monate vorm Termin eine Busfahrkarte von Nikkaluokta nach Kiruna… Oh Mann, was waren das Kerle und was sind wir (ich?) verweichlicht…

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